Das PENADER im deutschen Spanischunterricht

Während meiner Freiwilligenarbeit in Camiri entstand die Idee, das Projekt PENADER auch in deutschen Schulen vorzustellen. Zum einen können die Schülerinnen und Schüler so einen Einblick in die bolivianische Kultur sowie Erfahrungen „aus erster Hand“ berichtet bekommen; zum anderen gewinnt dadurch Joven Esperanza an Bekanntheit und wir erhoffen uns neue Mitglieder oder Spenden. Nach Kontaktaufnahme zu meiner ehemaligen Spanischlehrerin Inés Patiño bekam ich eine Einladung in den Spanischunterricht der 7., 8. und 10. Klasse des Gymnasium Maiendorfs in Hamburg (weitere Schulen folgen hoffentlich).

Im Anschluss an eine Präsentation mit diversen Fotos, Eindrücken und Highlights meiner Südamerikareise, wurde – als zweiter Stundenschwerpunkt – das PENADER genauer vorgestellt. Die deutschen Schülerinnen und Schüler erfuhren, wie ein „typischer Tag“ im Projekt abläuft, worin die Arbeit des PENADERs besteht und welche Erfolge und Schwierigkeiten mit meinen eigenen Projekten einhergingen. Ihre Emotionen wechselten von Schockieren, Amüsanz und Begeisterung. Als sie sich in der folgenden Gruppenarbeit mit den ausgefüllten Fragebögen von Jesus, Jerson, Luis und Vivian – vier Jugendlichen aus Camiri im gleichen Alter der betroffenen Schülerinnen und Schüler – beschäftigten, wurde jedoch schnell klar, dass es auch viele Gemeinsamkeiten gibt: auch in Bolivien spielen die Kinder Fußball, hören ähnliche Musik, treffen gerne ihre Freunde und möchten nach der Schule studieren. Dass sie mit einer beinahe zweistelligen Anzahl an Geschwistern in einem Raum leben oder bei dem ein oder anderen der größte Wunsch darin besteht, zu arbeiten, um die Familie unterstützen zu können, führt einem jedoch zeitgleich die Unterschiede vor Augen. Höchst motiviert wurden die Fragen aus Camiri, welche die Vier mir vorher geschickt hatten, in Form von Briefen beantwortet. Zuletzt haben wir dann Ideen gesammelt, wie die Schülerinnen und Schüler von Deutschland aus das PENADER unterstützen könnten. Neben diversen Vorschlägen über Kuchenverkäufe, Flohmärkte und Co, haben mehrere Kinder bereits Flyer von Joven Esperanza mitgenommen, um im Familien- und Bekanntenkreis für Spenden und neue Mitglieder zu werben – schließlich wissen sie jetzt, wo das Geld ankommt: bei Jesus, Jerson, Luis, Vivian und den anderen Kindern im PENADER.

 

Einige Kinder werden vorgestellt. Jojo zeigt Bilder aus Camiri

 

 

 

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