Freiwillige Noémi berichtet aus dem Projekt

Als Freiwillige greife ich den anderen Mitarbeitern im PENADER
unter die Arme, ich helfe morgens in der Bäckerei und in der Küche
und verkaufe nachmittags Brot. Am wichtigsten ist aber
die Zeit mit den Kindern. Ich unterstütze sie bei ihren Hausaufgaben und
wenn sie fertig sind, lernen wir Englisch.Wir setzen uns manchmal einfach zu dritt hin und erkunden zehn
Minuten lang den „th“ -sound, der wirklich nicht einfach auszusprechen ist, wie man es auch aus Deutschland kennt… :)
Die Kinder merken, Englisch ist eine coole neue Sprache, die sich dazu noch super lustig anhört und wo man für das „th“ seine Zunge so komisch zwischen die Zähne schieben muss. :) So kennen sie Unterricht gar nicht.
Wir arbeiten mit Vokabelkärtchen und Konversationssätzen, die richtig übersetzt und in die richtige
Reihenfolge gebracht werden müssen. Oft erfragen die Kinder
auch selber Wörter und dann besteht die Challenge daraus, sich
diese zu merken. Wir spielen auch Spiele wie Memory und
manchmal gehen wir auch einfach gemeinsam die Englischhausaufgaben durch.
Durch die unterschiedlichen Niveaus ist es in einer größeren Gruppe nicht zu vermeiden, dass sich die eine Hälfte langweilt und die andere Hälfte überfordert ist. Ich gebe also immer ca. ein bis vier
Kindern Englischunterricht wenn sie auf mich zukommen oder
wenn ich sehe, dass sie ihre Hausaufgaben erledigt haben. Wir
arbeiten auch nur wenn die Kinder motiviert sind, denn ich zwinge sie nicht,
Englisch zu lernen, wenn sie einen anstrengenden
Schultag hatten. Das raubt beiden Seiten nur Energie.
Ich habe mich dazu entschieden, das Englischlernangebot
während meiner Zeit hier auf diese Art flexibler zu gestalten. Das
ermöglicht mir, viel besser individuell auf die Kinder einzugehen
und einen höheren Lerneffekt zu erreichen.
Meine Arbeitsweise ermöglicht mir auch, spontan auf Situationen zu reagieren. Wenn
zum Beispiel gerade eine Zweitklässlerin das kleine Einmaleins
üben muss und zwei ältere Schüler Englisch lernen wollen, kann
ich das einfach kombinieren und mit den Älteren das Einmaleins
auf Englisch üben. So kann ich gleichzeitig Mathe mit den Kleinen
und Englisch mit den Großen lernen, alle sind gleich gefordert und
niemand langweilt sich. Und es arbeitet zusammen,
wer eigentlich nicht zusammen gearbeitet hätte. Eine perfekte Lernsituation,
Ich freue mich darüber, dass ich meine Arbeit hier so
gestalten kann, wie ich es am besten finde. Mir wird genügend Spielraum
gegeben, meine Methoden auszuprobieren und mit ihnen zu
arbeiten. Danke dafür!
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