PENADER

Inhalt:
Konzept
Mittagessen
Hausaufgabenhilfe
Emotionale Unterstützung
Gesungheit
Elterngespräche
Werte fördern
Gemeinsame Aktivitäten und Sport
Der Ablauf im Projekt
Allgemeines
PENADER, das steht für “Proyecto Educativo Niño, Niña y Adolescente de Escasos Recursos” und ist das von uns in der Kleinstadt Camiri (Bolivien) unterstützte Projekt. Übersetzt ins Deutsche bedeutet der Name so viel wie “Bildungsprojekt für bedürftige Kinder und Jugendliche”. Ende 2012 wurde die Einrichtung von einer Gruppe engagierter Bolivianer gegründet und funktioniert seitdem als eigenständiges Projekt. Es ist die einzige Einrichtung ihrer Art in Camiri und kann in Zukunft als Vorbild für andere Initiativen dienen.

 

Logo1-PENADER_cutKonzept
Die Kinder und Jugendlichen, an die sich das Projekt richtet, kommen aus sehr armen Familien und ihnen werden zu Hause nicht die Voraussetzungen geboten, sich angemessen zu entwickeln.
Das PENADER ist eine Art Tagesstätte, die sicherstellen möchte, dass die Kinder der Schulpflicht nachgehen, und versucht ihnen ein Umfeld zu bieten, in dem sie sich entfalten können. Da die Idee und das Konzept vor Ort entwickelt wurden, ist die Arbeit des PENADER-Teams genau auf die Bedürfnisse seiner Schützlinge und die Gegebenheiten in Camiri angepasst.

mahlzeitMittagessen
Von Montag bis Freitag bekommen die eingeschriebenen Kinder im PENADER ein kostenloses Mittagessen. Eine ausgewogene und gesunde Ernährung ist der Grundstein für eine gute Entwicklung der Schützlinge des Projekts. Auch kulturell ist gemeinsames Essen, also das Teilen von Lebensmitteln, in Bolivien sehr wichtig und stärkt ein Gemeinschaftsgefühl, das den jungen Menschen in ihren Familienverbänden nicht immer gegeben wird. Ausserdem werden so die Kinder und Jugendlichen zu regelmässiger Anwesenheit bewegt, die Voraussetzung um vom Projekt auch wirklich nachhaltig zu profitieren. Nebenbei werden durch das kostenlose Mittagessen die Familien finanziell entlastet.

CIMG0107Hausaufgabenhilfe
Voraussetzung für eine bessere Zukunft ist zweifelsohne Bildung. Jedoch haben die Eltern vieler Kinder neben ihrer Arbeit kaum Zeit oder können erst gar nicht richtig lessen und schreiben, um Hilfestellung zu geben. Deswegen helfen die Erzieher im PENADER bei den Hausaufgaben, wiederholen den Schulstoff, geben Zusatzaufgaben und kontrollieren die Hefte. Dazu sind die Schüler nach Alter in Gruppen eingeteilt und haben ihre eigenen Klassenräume im Projekt. Wenn alle Pflichten erledigt sind, kommen aber auch Sport und altersgerechte Spiele nicht zu kurz.

CIMG0580Emotionale Unterstützung 
Neben der Hausaufgabenhilfe liegt ein Hauptaugenmerk darauf, den Jugendlichen eine Anlaufstelle für ihre Probleme und Sorgen zu bieten. Die Erzieher haben ein offenes Herz für ihre kleinen Schützlinge und schenken ihnen Vertrauen und Liebe. Einige der Kinder und Jugendlichen kamen anfangs relativ verschreckt und verschlossen ins PENADER, weil sie zu Hause meist keine gewaltfreie Erziehung geniessen können und Schläge keine Seltenheit sind. Die Arbeit der freiwilligen Pädagogen hat ihnen aber sichtlich gut getan und sie konnten sich mehr öffnen, sodass alle mit der Zeit zu einer kleinen Familie zusammen gewachsen sind.

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Des Weiteren achten die Betreuer auf die Gesundheit ihrer Schützlinge. Jedes Kind hat seine eigene Zahnbürste im Projekt und tägliches Zähneputzen nach dem Mittagessen ist inzwischen wichtiger Bestandteil des Tagesablaufs. Ausserdem wird ihnen viel über Hygiene beigebracht, um sich vor Krankheiten zu schützen. Im PENADER gibt es auch eine kleine Hausapotheke mit Desinfektionsmitteln, Salben und Pflastern, um kleine Notfälle zu verarzten.

Elterngespräche
Eine gute Entwicklung der Kinder und Jugendlichen fängt natürlich zu Hause an. Deswegen bezieht das PENADER auch die Eltern mit ein und lädt monatlich zu einem Elternabend. Dabei informieren die Direktorin und die Erzieher sie über das Verhalten und die Fortschritte ihrer Kinder. Befinden die sich grade in einer schwierigen Phase, geben sie Tipps, wie die Eltern sie dabei am Besten unterstützen können. Darüber hinaus wird bei jedem Elternabend noch über ein ausgewähltes Thema gesprochen, wie zum Beispiel Hygiene, Ernährung, Gewalt in der Familie, Schulbildung oder Gesundheit.

CIMG0393Werte fördern
Im Hintergrund der Arbeit des PENADER steht auch immer das Ziel, die Wertevorstellungen der jungen Menschen zu stärken. Bei Gruppenspielen und gemeinsamen Unternehmungen werden Solidarität, Respekt und Freundschaft gefördert. Die verschiedenen Aktivitäten haben über das Jahr verteilt unterschiedliche Schwerpunkte, wie zum Beispiel Umwelt- und Naturschutz.
Auch Verantwortung ist ein wichtiges Thema. Sowohl den Älteren als auch den Jüngeren wird altersgerecht peu à peu Verantwortung übertragen, wenn sie beispielsweise Zahnpasta oder Suppe an alle verteilen. Ausserdem haben sie einen eigenen Vorstand, der jährlich gewählt wird, Verhaltensregeln aufstellt und bei der Vorbereitung von Aktivitäten hilft.

Gemeinsame Aktivitäten und Sport
Zu besonderen Anlässen, wie dem Kindertag, Muttertag oder dem Frühlingstag, veranstaltet das PENADER kleine gemeinsame Feiern. Dabei wird zusammen gespielt, gelacht, getanzt und gefeiert. So werden die besonderen Anlässe auch zu besonderen Tagen für die Kleinen.
Für die Ferienzeit bereiten die Erzieher und andere Freiwillige kleine Feriencamps und Kurse vor. In den Kursen lernen die Kinder und Jugendlichen zum Beispiel Kuchen backen, Marmelade kochen oder die Grundlagen der Elektrizität. Nachmittags und vorallem in der Ferienzeit geht es aber auch zusammen auf den nahe gelegenen Fussballplatz, um sich richtig auszutoben.

Ablauf im Projekt
Die Arbeit des PENADER wird stets für ein Schuljahr geplant. Ausgelegt wurde es Anfang 2013 für etwa 30 Kinder, jedoch sind aufgrund der Dringlichkeit zur Zeit 50 Schüler im Projekt aufgenommen.
Die Kinder schreiben sich vor Beginn des Schuljahres ein. Durch Hausbesuche lernen die Verantwortliche ihre Lebensumstände kennen und stellen sicher, dass die Bedürftigsten aufgenommen werden.
Die Familien zahlen pro Kind und Monat 3 Bolivianos (ca. 30 Euro-Cent) an das Projekt. Dieser Betrag ist auch in Bolivien nicht viel Geld und somit eher ein symbolischer Beitrag. Er soll zeigen, dass die Eltern das Projekt ernst nehmen, es unterstützen, und ihren Kinder auch wirklich die Möglichkeit geben, dort jeden Tag hinzugehen.
In bolivianischen Schulen gibt es entweder vormittags oder nachmittags Unterricht. Daher kommen die Kinder, die nachmittags Schule haben, vormittags ins Projekt und andersherum. Nur beim Mittagessen sind fast alle gleichzeitig da.

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