Onlineunterricht für die Kinder & erste Impfungen für die Erzieher im PENADER

Neben dem weiterhin bestehenden Mittagsessen-Angebot, das nach wie vor täglich über 200 Personen aus der Nachbarschaft nutzen, kommen inzwischen ca. 40 Kinder ins Projekt, um von dort aus am Onlineunterricht teilzunehmen. Darüber hinaus unterstützen und motivieren die Erzieher die Kinder bei der Bearbeitung der Aufgaben, wiederholen und üben mit ihnen wichtige Inhalte, die pandemiebedingt auf der Strecke geblieben sind. Jeder Erzieher ist für eine kleine Anzahl an Kindern zuständig, sodass ein persönlicher Kontakt besteht und es zu überschaubaren Kontakten kommt. Dadurch, dass aufgrund des Wechselunterrichts einige Kinder am Vormittag, andere am Nachmittag kommen, ist es möglich, größere Menschenansammlungen zu vermeiden, und auch die Hygienemaßnahmen und Trennwände sorgen für einen recht sicheren Umgang. Ohne das PENADER hätten die meisten „unserer“ Kinder keine Möglichkeit, am Fernunterricht teilzunehmen, da nur wenige Familien aus den armen Stadtteilen Camiris über die nötigen technischen Geräte, Strom oder gar einen WLAN-Anschluss verfügen. So haben sie – genau wie andere Kinder – aber weiterhin die Möglichkeit, zu lernen und einen Schulabschluss anzustreben und sie erleben auch wieder die Gemeinschaft und Freude im Projekt.

Über die lange Zeit, in der es nicht möglich war, in die Schule oder ins PENADER zu kommen, haben allerdings auch einige Kinder nicht nur große Lücken aufgebaut, sondern auch die Motivation zu lernen ist nach so langer Zeit ohne irgendeine Form von Unterricht gesunken. Vor allem die Eltern sehen oft nicht die Notwendigkeit, dass ihre Kinder, sobald sie etwas rechnen und schreiben können, länger in die Schule gehen und unterstützen so auch nicht, dass die Kinder für die Teilnahme am Onlineunterrichts ins PENADER kommen. Durch den persönlichen Kontakt und individuelle Gespräche versuchen die Mitarbeiter des Projekts, die Familien zu überzeugen, doch leider stellt sich das als sehr schwierig heraus. Diese durch Corona verstärkte Problematik trifft auf sehr viele Kinder in armen Länder zu, wie beispielsweise auch Unicef berichtete.

Eine gute Nachricht gibt es aber noch: Letzte Woche traf ein neuer Vorrat an Impfstoffen in Camiri ein. Die Menschen – und so auch unsere Mitarbeiter vor Ort – stellten sich schon um 5 Uhr morgens in lange Schlangen. Das gesamte PENADER-Team hat nun entweder die AstraZeneca-Erstimpfung oder die Johnson & Johnson-Impfung erhalten! Auch wenn die Kinder in Bolivien wohl erst einmal nicht geimpft werden, ermöglicht die Impfung des Teams zumindest unseren Mitarbeitern ein etwas unbesorgteres Arbeiten. Insgesamt steigt die Hoffnung in Bolivien: die dritte Welle klingt langsam ab (aktuell beträgt die 7-Tage-Inzidenz 45,4) und 19,8% der Bevölkerung haben inzwischen ihre Erstimpfung bekommen, 6,82% sind durchgeimpft. Mit weiteren Impfungen kann hoffentlich nach und nach ein Rückkehr zur Normalität und vor allem auch an die Schulen und Universitäten ermöglicht werden. Bis dahin versucht das Team vor Ort, die Kinder und deren Familie bestmöglich aufzufangen…