Freiwillige im Projekt PENADER

Marisa in Bolivien September 2019

Wie ihr bereits gehört habt, war Marisa auch dieses Jahr wieder für einen Monat im Projekt. Zunächst hat sie sich einen Überblick verschafft und – wie immer – überall mitgeholfen, wo Hilfe gebraucht wurde. So hat sie unter anderem Ideen und Anstöße für ein „plastikfreies“ Projekt gesucht, was in Bolivien gar nicht so einfach ist, an einem umfangreicherem Freizeitangebot mit den Lehrkräften gearbeitet und eine halbjährliche Zahnkontrolle durch Zahnmedizinstudenten eingeführt. Besonders gefreut hat uns, dass sie wieder von einer guten Zusammenarbeit und vielen bekannten sowie neuen, vor allem aber fröhlichen Kindern im Projekt berichtet hat. Erneut kommt sie zu dem Schluss: „Ich bin sehr froh, Teil dieses tollen Projekts zu sein und danke allen Mitgliedern und Freunden für ihre Unterstützung!“

Besuch von Julius in Camiri

Direkt am 7. Oktober folgte der Besuch von Julius, unserem Vorstandsvorsitzenden. Er wird erstmal vier Wochen im PENADER sein und dieses als Sozialpraktikum für sein Medizinstudium nutzen und im Dezember – nach einem weiteren Praktikum in Tarija –  für zehn Tage ins PENADER zurückkehren. Er hat sich einerseits zur Aufgabe gemacht, die angestoßenen Projekte von Marisa weiterzuführen und dafür zu sorgen, dass diese nachhaltig umgesetzt werden. Andererseits möchte Julius das Projekt vor allem im administrativen Bereich weiterentwickeln und einen langfristigen Zukunftsplan mit dem Team vor Ort erstellen: Was sind die Vorstellungen der bolivianischen Leitung des PENADERs, was sind die Vorstellungen und Schwerpunkte auf Seiten Joven Esperanza e.V? Ziel ist es, einen langfristigen gemeinsamen Weg zu erarbeiten um irgendwann große Ziele zu verwirklichen, wie einen Hauskauf und den Aufbau von Kooperationen mit regionalen Institutionen, um die Kinder nachhaltig und ganzheitlich in ihrer Entwicklung unterstützen zu können. Ein weiterer Schwerpunkt wird sein, ein Konzept der Datenerhebung über die verschiedenen Förderungsangebote des PENADERs zu erarbeiten. Es sollen Daten über die Entwicklung und Zustände der Kinder in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Familienumfeld erhoben werden. Anhand dieser Daten wollen wir zum einen erarbeiten, wo Probleme der Kinder liegen und wie wir diesen entgegenwirken können, zum anderen wird es uns so möglich sein, die Wirkung des Projektes nachzuweisen.

News aus dem PENADER und vom Joven Esperanza e.V.

Julius meldet sich dirket aus Bolivien:

Die ersten beiden Wochen durfte ich an dem Alltag des PENADERs teilhaben. Ich habe einige Kinder wieder gesehen, die schon bei meinem letzten Aufenthalt 2015 Teil des PENADERs waren und natürlich habe ich auch viele neue Kinder kennengelernt. Auch das Team der Betreuer ist etwas neu. So sind in den letzten zwei Jahren zwei ehemalige „PENADER- Kinder“ in das Team eingestiegen, die schon das Vorgängerprojekt besuchten, als ich 2011 das erste Mal hier war. Beide studieren und arbeiten nebenbei halbtags im PENADER. Das ist eine schöne gegenseitige Unterstützung. 

Vor etwa drei Wochen wurde in Bolivien gewählt. Der Präsident ließ sich für eine 4. Amtszeit aufstellen, obwohl dies nach bolivianischem Recht nicht möglich war. Mehr als drei Amtszeiten darf der Präsident nicht hintereinander regieren. Ein Referendum, um dieses Gesetz aufzulösen, hatte Evo Morales Anfang letzten Jahres verloren. Um trotzdem antreten zu können, erklärte das korrupte oberste Gericht das Gesetz kurzerhand für nicht rechtens und ermöglichte Morales eine weitere Amtszeit. So war die Stimmung schon vor der Wahl angespannt. Nach der ersten Hochrechnung der Wahl sah es so aus, als würde es ziemlich sicher eine Stichwahl im Dezember brauchen. Dann wurde die Stimmenauszählung für 24 Stunden gestoppt. Es tauchten Videos auf von Wahlurnen, die ausgetauscht oder verbrannt wurden. Als die Auszählung fortgesetzt wurde, hatte Morales plötzlich einen unerklärlichen Stimmenzuwachs erfahren, sodass er nun offiziell zum Sieger erklärt wurde und es keine Stichwahl geben wird. 

Seitdem steht das Leben hier quasi still. Die Bolivianer wehren sich gegen das Wahlergebnis und fordern Neuwahlen. Der Verkehr ist die meiste Zeit durch Straßensperren lahmgelegt. Es wird gestreikt. Die Schulen bleiben geschlossen. In vielen Städten kommt es zu heftigen Ausschreitungen und Straßenkämpfen. Hier in Camiri ist es zum Glück friedlich. Aber auch hier bleiben die Schulen geschlossen, sodass das PENADER nun auch schon seit einer Woche nicht geöffnet hat. Die Mitarbeiter würden nachmittags nicht nach Hause kommen, weil dann die Straßensperren wieder aufgebaut sind. 

Für mich ist es somit etwas zäh die letzten Tage. Ich war gezwungen, meinen Tatendrang etwas zu entschleunigen. Ich habe die Zeit genutzt, um ein großes Anliegen von mir anzugehen: Ich habe ein webbasiertes Programm namens NINOX gefunden, mit dem ich eine Datenbank gebaut habe. Ninox stellt uns das Programm netterweise kostenlos zur Verfügung. Mit diesem Programm wollen wir Daten über die Kinder sammeln und auswerten. In erster Linie soll es dabei helfen die Bedürfnisse der Kinder schneller zu erkennen. Des Weiteren wird es uns helfen, die Wirkung des PENADERs nachzuweisen und festzuhalten, wo die Gründe liegen, wenn ein Kind aus dem PENADER austritt – ist es gesundheitsbedingt?, weil es umgezogen ist?, weil es arbeiten muss, um die Familie zu unterstützen?… Somit wollen wir vermeiden, dass es viele Austritte aus dem PENADER gibt. Ziel ist ja, dass die Kinder möglichst bis zum Schulabschluss ins Projekt kommen, um mit dem Bildungsabschluss eine Chance auf ein besseres Leben haben. 

Außerdem werden wir Daten über die Gesundheit der Kinder sammeln. Wir orientieren uns dabei an den bolivianischen Vorsorgeprogrammen. Wir haben das regionale Gesundheitszentrum besucht, welches hier quasi das Äquivalent zum deutschen Hausarzt ist. Der Leiter dieses Zentrums hat uns erzählt, dass die Vorsorgeprogramme für die Jugendlichen hier in Camiri nicht durchgeführt werden. Als Grund nennt er in erster Linie Personalmangel (er ist z.B. für die medizinische Grundversorgung von über 7.000 Einwohnern zuständig und hat dabei Unterstützung von zwei Krankenschwestern), Geldmangel und Mangel an Medikamenten.  Wir wollen nun versuchen im PENADER diese Lücken zu füllen. Wir haben eine Krankenschwester in Ausbildung angestellt, die einen halben Tag in der Woche für uns arbeiten wird. Sie wird die Gewichts- und Wachstumskontrollen durchführen, Hausbesuche machen und weitere medizinische Daten der Kinder sammeln. Mit dem regionalem Gesundheitszentrum haben wir nun eine Zusammenarbeit  in Fällen von schwereren Krankheiten und fehlenden Impfungen vereinbart. 

Nebenbei haben wir die Tage für einige Besprechungen mit dem gesamten Team genutzt. Wir haben eine Evaluation dieses Jahres durchgeführt und sowohl kurzfristige als auch langfristige Ziele festgehalten.  Ein Wochenende haben wir genutzt, um das Haus zu putzen, kleinere Reparaturen durchzuführen und das Bad der Kinder zu renovieren. 

Für mich beginnt nun ein vierwöchiges Praktikum in Tarija. Im Dezember werde ich aber noch einmal für zehn Tage nach Bolivien zurückkehren. Bis dahin ist hoffentlich wieder Alltag eingekehrt. Ich freue mich darauf, dann nochmal Zeit mit den Kindern zu verbringen.

Liebe Grüße aus Bolivien, Julius

News aus dem PENADER und vom Joven Esperanza e.V.

Gastgeberin Imke erzählt von unserem dritten Sommerfest:

„Unser 3. Joven Esperanza Sommerfest starteten wir in diesem Jahr am 7. September bei gnädigem Wetter in Hamburg am Röötberg.  Am Abend vorher haben wir zusammen mit Jojo, Annette, Rike und Lutz unserem eher skandinavischen Haus einen bolivianischen Touch verpasst mit Girlanden in Landesfarben, gewebten Tischläufern und vielen Fotos aus dem Projekt. Für die Zukunft aller Feste sei angemerkt, dass wir inzwischen auf einen reichhaltigen Dekofundus zurückgreifen können. Das nervöse Gefühl bei uns als Gastgeber, ob nun sieben  oder 70 Gäste kommen werden, hat sich dabei in eine gelassene „es kütt wie et kütt“-Stimmung verwandelt. Es pendelte sich dann auch in der Spitze bei ca. 65  Mitgliedern und interessierten Freunden ein. Nach lebhaften Diskussionen, wo der Beamer für die Projektpräsentation von Jojo und Julius stehen sollte und welche Wand die am besten geeignete sein sollte, einigten wir uns auf den Kamin und alle hatten eine komfortable Sicht. Das Beste war die Live-Schaltung mit Marisa, die gerade in Camiri vor Ort war. So gewannen besonders die „Neulinge“ einen anschaulichen Eindruck vom PENADER & den Lebensumständen der Kinder und einige haben die Chance genutzt, viele Fragen zu stellen und sich intensiv zu informieren. Am Buffet mit (mitgebrachten) südamerikanischen Köstlichkeiten und dem bewährten Riesentopf Chili sin carne von Friederike klang das Fest so langsam aus. Jojo und Julius haben ganze Arbeit geleistet, denn der Abend endete mit acht neuen Mitgliedern und einigen mehr, die noch über eine Spende nachdenken. Das ruft doch nach Wiederholung! Es hat Spaß gemacht!“         

 Noch einmal vielen lieben Dank an die Gastgeber und  Organisatoren! 

News aus dem PENADER und vom Joven Esperanza e.V.

Erik ist unser neuer Freiwilliger und berichtet hier von seinen ersten Eindrücken im PENADER:

Mein Name ist Erik und ich bin zur Zeit Freiwilliger im PENADER in Camiri. Nach meinem Abitur und einer Ausbildung bin ich seit Dezember 2018 in Südamerika und nun seit knapp einen Monat in Camiri. Ich hatte Glück, dass mir in meiner Südamerika-Planung Marisa, Joven Esperanza und das PENADER vorgestellt wurden. Joven Esperanza hat mir die Möglichkeit gegeben, einen dreimonatigen Aufenthalt in Camiri flexibel in meine Reise einzubauen.

Die Arbeit im Projekt ist sehr vielfältig und macht mir großen Spaß. Die Hauptaufgabe liegt darin, den Kindern bei den Hausaufgaben zu helfen. Nachdem ich in Deutschland schon eine Zeit lang Flüchtlingen bei den Hausaufgaben geholfen habe, ist es auf spanisch nochmal eine ganz besondere Herausforderung. Nach den Hausaufgaben wird je nach Wetter und Lust der Kinder oft eine Runde Fußball oder Halli Galli gespielt. Ich freue mich auf die kommenden 2 Monate im Projekt und werde mich in der nächsten Zeit nochmal mit einem Bericht über meine Arbeit melden.

Diesen Monat konnte unser neu eingerichteter Notfalltopf gleich einem Kind in einem wirklichen Notfall helfen: José hatte einen Blinddarm-durchbruch und musste umgehend operiert werden. Direkt übernahmen wir 90% der Kosten und boten der Familie an, die übrigen 10% ebenfalls auszulegen, die sie dann im Laufe der nächsten Monate selbst erwirtschaften können. So startete auch das PENADER augenblicklich mit Kuchenverkäufen und weiteren Aktionen. Das Wichtigste aber ist, dass José die OP gut überstanden hat und es ihm schon wieder viel besser geht. 

Alles zur Mitgliederversammlung 2019

Da die meisten unserer Gäste bereits Mitglieder waren, stellten wir uns und das Projekt nur kurz vor und konnten dann direkt zu der aktuell angespannten politischen Situation sowie Berichten direkt aus dem PENADER von Jojo, Marisa sowie Lisa, die im Sommer gemeinsam in Camiri waren, übergehen. Momentan läuft das Projekt vor Ort sehr zuverlässig mit ca. 50 Kindern und, neben unseren drei hauptamtlichen Erziehern, drei weiteren Betreuerinnen, die gerade in der Ausbildung sind oder diese sogar schon abgeschlossen haben. Auch neue Projekte, wie die kleinen Geburtstagsfeiern, von denen wir euch in unserer Rundmail vom August berichtet haben, wurden seither konstant fortgeführt. Wir sind schon gespannt auf neue Berichte von Julius und Marisa, die dieses Jahr wieder hinfliegen wollen…

2018 war ein wirklich erfolgreiches Jahr: Das PENADER hat endlich die Anerkennung als „juristische Person“ bekommen – dadurch kann das Projekt nun zusätzlich vom bolivianischen Staat gefördert werden – und die 150-Mitglieder-Marke wurde geknackt! Beide Erfolge und noch einige großzügige Einzel-spenden ermöglichen uns nun, den Erziehern vor Ort den bolivianischen Mindestlohn zu zahlen sowie Fördertöpfe für Einzelbedürfnisse aufzubauen, von denen schon die ersten Kinder profitieren konnten! Jetzt können wir über Zukunftsthemen nachdenken, wie z.B. über eine Art Krankenversicherung oder langfristig über einen Hauskauf, um unserem Projekt eine echte Standortsicherheit zu geben. DANKE, dass ihr diese Überlegungen möglich macht!

Bei der Wahl des Vorstandes wurden erneut Julius Knierer zum Vorstandsvorsitzenden, Marisa Amaya Rudilla zur stellvertretenden Vorsitzenden und Johanna Gewand zur Schatzmeisterin gewählt. Ebenfalls wiedergewählt wurde unser erweiterter Vorstand, bestehend aus Alexander Maywurm, Marie Claes und Teresa Kückmann. Wir danken euch für euer Vertrauen und freuen uns auf ein neues Jahr mit und für Joven Esperanza J

News aus dem Penader und vom Joven Esparanaz e.V.

Nach vier Jahren haben wirs nun geschafft: das PENADER ist aus einer Gruppe engagierter bolivianischer Privatpersonen zu einer anerkannten juristischen Institution (P.J.) geworden!!! Rechts auf dem Foto seht ihr Joaquin, wie er stolz das Zertifikat zeigt. Wir erhoffen uns durch die offizielle Anerkennung mehr regionale Unterstützung von Privatspendern und Firmen sowie von der Regierung: so stehen juristisch anerkannten sozialen Projekten beispielsweise Sachspenden wie Nahrungsmittel und Schulmaterialien von der regionalen Regierung zu, das PENADER kann nun ein Bankkonto auf den eigenen Namen eröffnen und wir kommen dem Ziel näher, den Kindern sowie Mitarbeitern eine Form der Krankenversicherung zu ermöglichen. Durch die Juristische Person und ein Bankkonto besteht sogar die Möglichkeit, dass sich das PENADER  ein Haus kauft oder baut, welches perfekt an die architektonischen Bedürfnisse des PENADERs angepasst ist. Statt Miete zu zahlen, könnte man das Haus monatlich bei der Bank abzahlen und damit Eigentum generieren. Insgesamt wird uns die P.J. bei unserem langfristigen Ziel helfen, das PENADER möglichst unabhängig von deutschen Spendengeldern zu machen. Bis dahin ist es zwar noch ein langer Weg und wir müssen als Joven Esperanza noch weiter wachsen, aber wir sind diesem ehrgeizigen Ziel mit dem Erfolg der P.J. bereits einen großen Schritt näher gekommen.

Am 22.12. hieß es schon zum dritten Mal „Wenn Hilfe unter die Haut geht“. Über 30 Personen ließen sich in Duisburg für den guten Zweck tätowieren, wobei der gesamte Erlös nach Bolivien geht. Mit dieser großartigen Spende und bereits acht neuen Mitgliedern war es ein sehr erfolgreicher Tag für das Projekt und eine große Freude, zu sehen, wie viele hilfsbereite Menschen in ganz Deutschland zu treffen sind J Ein großer Dank gilt den tollen Künstlern des Zeitlos Studios und natürlich allen Helfern, die Marisa bei der Planung und Durchführung unterstützt haben.

Auch in Camiri ist es seit einigen Tagen weihnachtlich. Bei über 30 Grad backen die deutschen Freiwilligen mit den Kindern im Projekt Plätzchen. Nun warten alle gespannt auf den 25. Dezember, auch wenn Papa Noel wohl nicht für jeden ein Geschenk dabei haben wird. Umso wichtiger und schöner war die Weihnachtsfeier im PENADER, bei der alle Kinder eine kleine Weihnachtsüberraschung bekommen haben.

News aus dem PENADER und vom Joven Esperanza e.V.

Gastgeberin Rike erzählt von unserem zweiten Sommerfest:

„Am 29. September war es wieder soweit! Wir öffneten unser Haus zum zweiten Mal für das Joven Esperanza Sommerfest. Bei herrlichem (… ja gut, etwas herbstlichem) Wetter begrüßten wir unsere Gäste ab 17:00 im Achtern Hollerbusch zu einem bolivianischen Abend. Das war vielleicht nett!!! Das Haus füllte sich schnell mit Menschen, es wurde sich begrüßt, gefreut, gequatscht,  wiedererkannt und kennengelernt.

Jojo und Julius präsentierten das Projekt und brachten neue Geschichten unserer bolivianischen Freunde mit, erzählten uns von dem PENADER und schilderten die Situation der Kinder, ihre Freuden und ihre Nöte. Das Interesse der Gäste am Projekt und an der Entwicklung war groß und so wurden Fragen gestellt, ins Gespräch gekommen, zu Bedenken gegeben und Ideen entwickelt.

Bei einem tollen Buffet, das Imke und Garnet organisiert hatten und welches von vielen Gästen bestückt wurde, sowie einem Getränkesortiment, das meines Wissens ebenfalls keine Wünsche offen ließ (jedenfalls hat sich bis jetzt keiner beschwert (dafür ist die Frist auch soeben abgelaufen)), verbrachten wir einen fröhlichen und unterhaltsamen Abend. Der Feuerkorb wärmte bis in die späten Abendstunden noch die letzten unverzagten Gäste, obwohl auch drinnen Platz gewesen wäre, … vielleicht ein Zeichen für eine gewisse Unerschütterlichkeit?

Aus meiner Sicht hat das Fest uns näher gebracht, hat uns das PENADER näher gebracht und vielleicht auch den einen oder anderen überzeugt,  die tolle Arbeit des PENADERs und von Joven Esperanza zu unterstützen. Ich jedenfalls bin erneut begeistert von dem Engagement des Vorstandes, freue mich über die vielen Mitwirkenden und war wieder einmal sehr froh, so viele nette Menschen bei uns zu Hause begrüßen zu können.“

Noch einmal vielen lieben Dank an die Gastgeber +  Organisatoren!

Diesen Monat wurde im PEANDER ein Präventions-Workshop organisiert, an dem alle Kinder des Projekts teilnahmen. Je nach Alter lernten sie etwas über Hygiene, Karies oder 1. Hilfe. Besonders viel Spaß hatten die Kinder beim Trainieren der medizinischen Erstversorgung mit Madeleine, einer ehemaligen Freiwilligen und Medizinstudentin, die gerade zu Besuch im  bolivianischen Projekt ist.

Für die Kinder in Camiri neigt sich das Schuljahr schon dem Ende zu: einige müssen sich nun noch einmal besonders anstrengen und fleißig lernen, um die Ver-setzung in die nächste Klasse zu schaffen. Die besondere Hilfe, die die Kinder im PENADER dabei von unseren Erziehern und Lehrern bekommen, ist oft ein entschei-dender Faktor. Durch die perma-nente schulische Unterstützung im Projekt können wir uns dane-ben aber sicherlich auch wieder über viele gute Zeugnisse freuen.

News aus dem Penader und von Joven Esperanza e.V.

Kuchen, Geschenke und eine Geburtstagsfeier – selbstverständlich in Deutschland, eine Ausnahme in Camiri. Für einige bolivianische Kinder entfällt der Geburtstag komplett, da sich ihre Familien um andere Dinge, wie beispielsweise Geld für das Abendessen aller zehn Kinder, kümmern müssen. Deswegen feiern wir nun alle Geburtstage der Kinder im PENADER! Ein Geburtstagskalender mit allen Namen wurde eingeführt und die ersten Geburtstage bereits zusammen mit einem Lied, vielen Glückwünschen, einer Geburtstagskerze und einem kleinen Geschenk gefeiert. Nach und nach kamen auch andere Kinder zum Kalender, um sicherzugehen, dass ihre Namen auch nicht vergessen wurden und die Kleineren wollten vorgerechnet bekommen, wie lange sie noch warten müssen, bis auch sie endlich an der Reihe sind. Ein besonderer Tag, an dem gefeiert wird, dass es sie gibt, bedeutet für Kinder, die schon sonst oft nicht als solche behandelt werden, natürlich umso mehr… 

Obwohl die Schüler in Camiri seit der Grundschule Englischunterricht haben, können die meisten kaum bis 10 zählen oder jemanden auf Englisch begrüßen. So sehen wir einen wichtigen Teil der Freiwilligenarbeit darin, die Kinder nicht nur bei den Hausaufgaben und beim Lesen- und Rechnenlernen zu unterstützen, sondern auch immer wieder Englisch mit ihnen zu üben. Als Grundlage dafür hat Jojo nun allen ein Libro de ejercicios zusammengestellt, das diverse Übungen, Spiele und Regeln für die Kinder enthält. In diesem können die Kinder nach ihren Hausaufgaben selbstständig arbeiten, zukünftige Freiwillige können aber auch spielerisch in Gruppen zu bestimmten Themen mit ihnen arbeiten. Neben Englisch gibt es auch Übungen zur Kommunikation auf Deutsch, zur Weltkunde sowie Reflexionsaufgaben zur eigenen Zukunft, um ihren Horizont zu erweitern. Die Hefte kamen so gut an, dass die Kinder sogar ans Mittagessen erinnert werden mussten und nach den Hausaufgaben noch stundenlang fleißig weitergearbeitet haben.

Am 06. August – und selbstverständlich, wie hier üblich, auch die Tage zuvor – wurde der Unabhängigkeitstag Boliviens gefeiert! Auch unsere Kinder aus dem Projekt waren bei der großen Parade aller Schulen dabei. An solchen Festtagen wird deutlich, wie stolz die Bolivianer auf ihr Land sind. Rechts seht ihr einige unserer Absolventen der Colegios, die zur Feier des Tages einen besonderen Schal tragen durften, mit Jojo, Marisa und ihrer Freundin Lisa, die im August zum ersten Mal in Camiri war.

News aus dem PENADER und vom Joven Esperanza e.V.

Wir aus dem Vorstand beschäftigen uns, wie auf der Mitgliederversammlung angekündigt, mit der Möglichkeit, Fördergelder zu beantragen. Diese Gelder werden für einen langfristig geplanten Hauskauf nötig sein. Wir haben uns erste Informationen bei „bengo“ eingeholt, die für die Verteilung von Fördergeldern des BMZ (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) zuständig sind. Am Ende geht es darum, den Wirkungsgrad (also das Outcome für die Kinder aus dem PENADER und ihre Familien) des „PENADERs“ in Zahlen zu fassen. Im Oktober werden wir zu einem Wochenendseminar von „bengo“ fahren, bei dem es um Fördervoraussetzungen, Antragstellung und Abwicklung geht. 

Wir freuen uns sehr über die neuen Bekanntschaften mit dem Fonelisco e.V. (https://www.fonelisco-verein.de), einem Heim für Straßen- und Waisenkinder in Tansania, und dem THK Rissen (http://www.thk-rissen.de), der sich im Rahmen des Kiwi-Hockeyturniers  Spenden an unseren Verein anstelle von Gastgeschenken gewünscht hat.

Noémie berichtet direkt aus Camiri von ihrer Freiwilligenarbeit und ihren Englischkursen im Projekt:

„Als Freiwillige greife ich den anderen Mitarbeitern im PENADER unter die Arme, ich helfe morgens in der Bäckerei und in der Küche und verkaufe nachmittags Brot. Am wichtigsten ist aber die Zeit mit den Kindern. Ich unterstütze sie bei ihren Hausaufgaben und wenn sie fertig sind, lernen wir Englisch.


Wir setzen uns manchmal einfach zu dritt hin und erkunden zehn Minuten lang den „th“-sound, der wirklich nicht einfach auszusprechen ist wie man es auch aus Deutschland kennt… 🙂  Die Kinder merken, Englisch ist eine coole neue Sprache, die sich dazu noch super lustig anhört und wo man für das „th“ seine Zunge so komisch zwischen die Zähne schieben muss. 🙂 So kennen sie Unterricht gar nicht. Wir arbeiten mit Vokabelkärtchen und Konversationssätzen, die richtig übersetzt und in die richtige Reihenfolge gebracht werden müssen. Oft erfragen die Kinder auch selber Wörter und dann besteht die Challenge daraus, sich diese zu merken. Wir spielen auch Spiele wie Memory und manchmal gehen wir auch einfach gemeinsam die Englischhausaufgaben durch.


Durch die unterschiedlichen Niveaus ist es in einer größeren Gruppe nicht zu vermeiden, dass sich die eine Hälfte langweilt und die andere Hälfte überfordert ist. Ich gebe also immer ca. ein bis vier Kindern Englischunterricht wenn sie auf mich zukommen oder wenn ich sehe, dass sie ihre Hausaufgaben erledigt haben. Wir arbeiten auch nur wenn die Kinder motiviert sind, denn ich zwinge sie nicht, Englisch zu lernen, wenn sie einen anstrengenden Schultag hatten. Das raubt beiden Seiten nur Energie. 


Ich habe mich dazu entschieden, das Englischlernangebot während meiner Zeit hier auf diese Art flexibler zu gestalten. Das ermöglicht mir, viel besser individuell auf die Kinder einzugehen und einen höheren Lerneffekt zu erreichen. Meine Arbeitsweise ermöglicht mir auch, spontan auf Situationen zu reagieren. Wenn zum Beispiel gerade eine Zweitklässlerin das kleine Einmaleins üben muss und zwei ältere Schüler Englisch lernen wollen, kann ich das einfach kombinieren und mit den Älteren das Einmaleins auf Englisch üben. So kann ich gleichzeitig Mathe mit den Kleinen und Englisch mit den Großen lernen, alle sind gleich gefordert und niemand langweilt sich. Und es arbeitet zusammen, wer eigentlich nicht zusammen gearbeitet hätte. Eine perfekte Lernsituation.
Ich freue mich darüber, dass ich meine Arbeit hier so gestalten kann, wie ich es am besten finde. Mir wird genügend Spielraum gegeben, meine Methoden auszuprobieren und mit ihnen zu arbeiten. Danke dafür!“

News aus dem PENADER und vom Joven Esperanza e.V.

Wie jedes Jahr wurde am 12. April der „Tag der Kinder“ in Bolivien gefeiert. Für die Mädchen und Jungen im Projekt ist dies ein ganz besonderer Tag: IHR Tag, an dem sie tatsächlich einfach Kind sein und Spaß haben dürfen. Seit vielen Jahren besteht durch Micaela (Gründungsmitglied des PENADERS – einige kennen sie von der Mitgliederversammlung) eine Kooperation mit Studenten der Universität in Santa Cruz. Sie sorgen am „Tag der Kinder“ für ein buntes Rahmenprogramm aus diversen Spielen, Musik, selbstgebastelten Kostümen, leckerem Essen und kleinen Geschenken. Fast alle Kinder kamen schon um 8 Uhr ins PENADER und verbrachten zusammen einen tollen Tag! Aber seht selbst J

Diese Unterstützung von den Studenten in Santa Cruz freut uns sehr. In ärmeren Städten wie Camiri sind die Menschen besonders aufeinander angewiesen und helfen sich gegenseitig so gut sie können. So bekommt das PENADER zum Beispiel immer wieder Essensspenden von einzelnen Marktständen oder es kommen Nachbarn mit Schulmaterialien vorbei. Letzte Woche hat eine Gruppe von Frauen ehrenamtlich allen Kindern im Projekt die Haare geschnitten – ein kleiner „Luxus“, den sich die Familien sonst nicht leisten können.

Besonders aufregend war für die Kinder natürlich auch die Ankunft von unserer neuenFreiwilligen aus Deutschland! Noémie ist nun schon über einen Monat in Camiri und hat sich gut eingelebt. Im Anhang stellt sie sich und ihre ersten Eindrücke vor; bald folgt Genaueres von ihrer Arbeit im Projekt J