News aus dem PENADER und vom Joven Esperanza e.V.

Gastgeberin Rike erzählt von unserem zweiten Sommerfest:

„Am 29. September war es wieder soweit! Wir öffneten unser Haus zum zweiten Mal für das Joven Esperanza Sommerfest. Bei herrlichem (… ja gut, etwas herbstlichem) Wetter begrüßten wir unsere Gäste ab 17:00 im Achtern Hollerbusch zu einem bolivianischen Abend. Das war vielleicht nett!!! Das Haus füllte sich schnell mit Menschen, es wurde sich begrüßt, gefreut, gequatscht,  wiedererkannt und kennengelernt.

Jojo und Julius präsentierten das Projekt und brachten neue Geschichten unserer bolivianischen Freunde mit, erzählten uns von dem PENADER und schilderten die Situation der Kinder, ihre Freuden und ihre Nöte. Das Interesse der Gäste am Projekt und an der Entwicklung war groß und so wurden Fragen gestellt, ins Gespräch gekommen, zu Bedenken gegeben und Ideen entwickelt.

Bei einem tollen Buffet, das Imke und Garnet organisiert hatten und welches von vielen Gästen bestückt wurde, sowie einem Getränkesortiment, das meines Wissens ebenfalls keine Wünsche offen ließ (jedenfalls hat sich bis jetzt keiner beschwert (dafür ist die Frist auch soeben abgelaufen)), verbrachten wir einen fröhlichen und unterhaltsamen Abend. Der Feuerkorb wärmte bis in die späten Abendstunden noch die letzten unverzagten Gäste, obwohl auch drinnen Platz gewesen wäre, … vielleicht ein Zeichen für eine gewisse Unerschütterlichkeit?

Aus meiner Sicht hat das Fest uns näher gebracht, hat uns das PENADER näher gebracht und vielleicht auch den einen oder anderen überzeugt,  die tolle Arbeit des PENADERs und von Joven Esperanza zu unterstützen. Ich jedenfalls bin erneut begeistert von dem Engagement des Vorstandes, freue mich über die vielen Mitwirkenden und war wieder einmal sehr froh, so viele nette Menschen bei uns zu Hause begrüßen zu können.“

Noch einmal vielen lieben Dank an die Gastgeber +  Organisatoren!

Diesen Monat wurde im PEANDER ein Präventions-Workshop organisiert, an dem alle Kinder des Projekts teilnahmen. Je nach Alter lernten sie etwas über Hygiene, Karies oder 1. Hilfe. Besonders viel Spaß hatten die Kinder beim Trainieren der medizinischen Erstversorgung mit Madeleine, einer ehemaligen Freiwilligen und Medizinstudentin, die gerade zu Besuch im  bolivianischen Projekt ist.

Für die Kinder in Camiri neigt sich das Schuljahr schon dem Ende zu: einige müssen sich nun noch einmal besonders anstrengen und fleißig lernen, um die Ver-setzung in die nächste Klasse zu schaffen. Die besondere Hilfe, die die Kinder im PENADER dabei von unseren Erziehern und Lehrern bekommen, ist oft ein entschei-dender Faktor. Durch die perma-nente schulische Unterstützung im Projekt können wir uns dane-ben aber sicherlich auch wieder über viele gute Zeugnisse freuen.

News aus dem Penader und von Joven Esperanza e.V.

Kuchen, Geschenke und eine Geburtstagsfeier – selbstverständlich in Deutschland, eine Ausnahme in Camiri. Für einige bolivianische Kinder entfällt der Geburtstag komplett, da sich ihre Familien um andere Dinge, wie beispielsweise Geld für das Abendessen aller zehn Kinder, kümmern müssen. Deswegen feiern wir nun alle Geburtstage der Kinder im PENADER! Ein Geburtstagskalender mit allen Namen wurde eingeführt und die ersten Geburtstage bereits zusammen mit einem Lied, vielen Glückwünschen, einer Geburtstagskerze und einem kleinen Geschenk gefeiert. Nach und nach kamen auch andere Kinder zum Kalender, um sicherzugehen, dass ihre Namen auch nicht vergessen wurden und die Kleineren wollten vorgerechnet bekommen, wie lange sie noch warten müssen, bis auch sie endlich an der Reihe sind. Ein besonderer Tag, an dem gefeiert wird, dass es sie gibt, bedeutet für Kinder, die schon sonst oft nicht als solche behandelt werden, natürlich umso mehr… 

Obwohl die Schüler in Camiri seit der Grundschule Englischunterricht haben, können die meisten kaum bis 10 zählen oder jemanden auf Englisch begrüßen. So sehen wir einen wichtigen Teil der Freiwilligenarbeit darin, die Kinder nicht nur bei den Hausaufgaben und beim Lesen- und Rechnenlernen zu unterstützen, sondern auch immer wieder Englisch mit ihnen zu üben. Als Grundlage dafür hat Jojo nun allen ein Libro de ejercicios zusammengestellt, das diverse Übungen, Spiele und Regeln für die Kinder enthält. In diesem können die Kinder nach ihren Hausaufgaben selbstständig arbeiten, zukünftige Freiwillige können aber auch spielerisch in Gruppen zu bestimmten Themen mit ihnen arbeiten. Neben Englisch gibt es auch Übungen zur Kommunikation auf Deutsch, zur Weltkunde sowie Reflexionsaufgaben zur eigenen Zukunft, um ihren Horizont zu erweitern. Die Hefte kamen so gut an, dass die Kinder sogar ans Mittagessen erinnert werden mussten und nach den Hausaufgaben noch stundenlang fleißig weitergearbeitet haben.

Am 06. August – und selbstverständlich, wie hier üblich, auch die Tage zuvor – wurde der Unabhängigkeitstag Boliviens gefeiert! Auch unsere Kinder aus dem Projekt waren bei der großen Parade aller Schulen dabei. An solchen Festtagen wird deutlich, wie stolz die Bolivianer auf ihr Land sind. Rechts seht ihr einige unserer Absolventen der Colegios, die zur Feier des Tages einen besonderen Schal tragen durften, mit Jojo, Marisa und ihrer Freundin Lisa, die im August zum ersten Mal in Camiri war.

News aus dem PENADER und vom Joven Esperanza e.V.

Wir aus dem Vorstand beschäftigen uns, wie auf der Mitgliederversammlung angekündigt, mit der Möglichkeit, Fördergelder zu beantragen. Diese Gelder werden für einen langfristig geplanten Hauskauf nötig sein. Wir haben uns erste Informationen bei „bengo“ eingeholt, die für die Verteilung von Fördergeldern des BMZ (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) zuständig sind. Am Ende geht es darum, den Wirkungsgrad (also das Outcome für die Kinder aus dem PENADER und ihre Familien) des „PENADERs“ in Zahlen zu fassen. Im Oktober werden wir zu einem Wochenendseminar von „bengo“ fahren, bei dem es um Fördervoraussetzungen, Antragstellung und Abwicklung geht. 

Wir freuen uns sehr über die neuen Bekanntschaften mit dem Fonelisco e.V. (https://www.fonelisco-verein.de), einem Heim für Straßen- und Waisenkinder in Tansania, und dem THK Rissen (http://www.thk-rissen.de), der sich im Rahmen des Kiwi-Hockeyturniers  Spenden an unseren Verein anstelle von Gastgeschenken gewünscht hat.

Noémie berichtet direkt aus Camiri von ihrer Freiwilligenarbeit und ihren Englischkursen im Projekt:

„Als Freiwillige greife ich den anderen Mitarbeitern im PENADER unter die Arme, ich helfe morgens in der Bäckerei und in der Küche und verkaufe nachmittags Brot. Am wichtigsten ist aber die Zeit mit den Kindern. Ich unterstütze sie bei ihren Hausaufgaben und wenn sie fertig sind, lernen wir Englisch.


Wir setzen uns manchmal einfach zu dritt hin und erkunden zehn Minuten lang den „th“-sound, der wirklich nicht einfach auszusprechen ist wie man es auch aus Deutschland kennt… 🙂  Die Kinder merken, Englisch ist eine coole neue Sprache, die sich dazu noch super lustig anhört und wo man für das „th“ seine Zunge so komisch zwischen die Zähne schieben muss. 🙂 So kennen sie Unterricht gar nicht. Wir arbeiten mit Vokabelkärtchen und Konversationssätzen, die richtig übersetzt und in die richtige Reihenfolge gebracht werden müssen. Oft erfragen die Kinder auch selber Wörter und dann besteht die Challenge daraus, sich diese zu merken. Wir spielen auch Spiele wie Memory und manchmal gehen wir auch einfach gemeinsam die Englischhausaufgaben durch.


Durch die unterschiedlichen Niveaus ist es in einer größeren Gruppe nicht zu vermeiden, dass sich die eine Hälfte langweilt und die andere Hälfte überfordert ist. Ich gebe also immer ca. ein bis vier Kindern Englischunterricht wenn sie auf mich zukommen oder wenn ich sehe, dass sie ihre Hausaufgaben erledigt haben. Wir arbeiten auch nur wenn die Kinder motiviert sind, denn ich zwinge sie nicht, Englisch zu lernen, wenn sie einen anstrengenden Schultag hatten. Das raubt beiden Seiten nur Energie. 


Ich habe mich dazu entschieden, das Englischlernangebot während meiner Zeit hier auf diese Art flexibler zu gestalten. Das ermöglicht mir, viel besser individuell auf die Kinder einzugehen und einen höheren Lerneffekt zu erreichen. Meine Arbeitsweise ermöglicht mir auch, spontan auf Situationen zu reagieren. Wenn zum Beispiel gerade eine Zweitklässlerin das kleine Einmaleins üben muss und zwei ältere Schüler Englisch lernen wollen, kann ich das einfach kombinieren und mit den Älteren das Einmaleins auf Englisch üben. So kann ich gleichzeitig Mathe mit den Kleinen und Englisch mit den Großen lernen, alle sind gleich gefordert und niemand langweilt sich. Und es arbeitet zusammen, wer eigentlich nicht zusammen gearbeitet hätte. Eine perfekte Lernsituation.
Ich freue mich darüber, dass ich meine Arbeit hier so gestalten kann, wie ich es am besten finde. Mir wird genügend Spielraum gegeben, meine Methoden auszuprobieren und mit ihnen zu arbeiten. Danke dafür!“

News aus dem PENADER und vom Joven Esperanza e.V.

Wie jedes Jahr wurde am 12. April der „Tag der Kinder“ in Bolivien gefeiert. Für die Mädchen und Jungen im Projekt ist dies ein ganz besonderer Tag: IHR Tag, an dem sie tatsächlich einfach Kind sein und Spaß haben dürfen. Seit vielen Jahren besteht durch Micaela (Gründungsmitglied des PENADERS – einige kennen sie von der Mitgliederversammlung) eine Kooperation mit Studenten der Universität in Santa Cruz. Sie sorgen am „Tag der Kinder“ für ein buntes Rahmenprogramm aus diversen Spielen, Musik, selbstgebastelten Kostümen, leckerem Essen und kleinen Geschenken. Fast alle Kinder kamen schon um 8 Uhr ins PENADER und verbrachten zusammen einen tollen Tag! Aber seht selbst J

Diese Unterstützung von den Studenten in Santa Cruz freut uns sehr. In ärmeren Städten wie Camiri sind die Menschen besonders aufeinander angewiesen und helfen sich gegenseitig so gut sie können. So bekommt das PENADER zum Beispiel immer wieder Essensspenden von einzelnen Marktständen oder es kommen Nachbarn mit Schulmaterialien vorbei. Letzte Woche hat eine Gruppe von Frauen ehrenamtlich allen Kindern im Projekt die Haare geschnitten – ein kleiner „Luxus“, den sich die Familien sonst nicht leisten können.

Besonders aufregend war für die Kinder natürlich auch die Ankunft von unserer neuenFreiwilligen aus Deutschland! Noémie ist nun schon über einen Monat in Camiri und hat sich gut eingelebt. Im Anhang stellt sie sich und ihre ersten Eindrücke vor; bald folgt Genaueres von ihrer Arbeit im Projekt J

Bericht zur Vereinsversammlung 2018

am Sonntag vor Ostern fand unsere Mitgliederversammlung statt, von der wir nun gerne kurz berichten wollen (ein ausführliches Protokoll und einen Finanzbericht findet ihr im Anhang). Wie auch schon in den letzten Jahren war der Kaminraum im Haus der Natur gut gefüllt – schön, dass 36 Mitglieder und Gäste gekommen sind.

Nachdem Julius für die neuen Gäste kurz das Projekt erklärt hat, folgte ein Jahresrückblick des PEANDERs sowie Joven Esperanzas. Nicht nur in Camiri gibt es viele Fortschritte, sondern auch wir konnten dieses Jahr 23 neue Mitglieder begrüßen und so inzwischen 75% der laufenden Kosten durch Mitgliedsbeiträge decken. Durch unsere nun 132 Mitglieder sowie tolle Aktionen und großzügige Einzelspenden haben wir eine gute Stabilität erreicht und Sonntag bereits in kleineren Gruppen über mögliche Bildungs- und Gesundheitstöpfe diskutiert. Diese sind dafür gedacht, in Zukunft auch Einzelschicksale zu unterstützen. Dafür benötigen wir in diesem Jahr ebenfalls eine steigende Mitgliederzahl und weiterhin eure Unterstützung – verweist gerne auf unsere Homepage!

Weitere gute Nachrichten gibt es von der „Juristischen Person“, mit der das PENADER offiziell als gemeinütziger Verein in Bolivien anerkannt wird und beispielweise ein Bankkonto eröffnen, Sachspenden beziehen oder ein Haus kaufen kann. Nach vielen Jahren sind unsere Freunde in Camiri jetzt kurz vor der Eintragung ins Vereinsregister und würden damit einen großen Schritt Richtung Unabhängigkeit machen. Insbesondere der Hauskauf ist unser langfristiges Ziel. In Bolivien wird dafür jetzt die Grundlage geschaffen. In Deutschland informieren wir uns über mögliche Förderungsmittel durch Stiftungen, die uns dabei helfen könnten einen zukünftigen Hauskauf zu finanzieren. Wir halten euch auf dem Laufenden!

Marisa und Jojo haben auch von ihren Eindrücken, vielen, vielen schönen Erlebnissen und einigen Herausforderungen aus den letzten Jahren bzw. aus 2017 berichtet, sowie einige Bilder und Videos gezeigt. Trotz kleiner Rückschläge und gelegentlich einem „bolivianischen“ statt gewünschten „deutschen“ Tempo, sind im Laufe der Jahre unglaubliche Fortschritte und vor allem eine Kontinuität zu sehen. So essen die Kinder beispielsweise längst nicht mehr auf dem Boden oder machen ihre Hausaufgaben auf dem Schoß, sondern sitzen an großen Tischen, wo sie ein ausgewogenes, warmes Mittagessen zu sich nehmen oder ihre Hausaufgaben in Ruhe erledigen. Auch Micaela, Gründungsmitglied des PEANDERs, die zu unserer Begeisterung aus Madrid, wo sie gerade ein Auslandssemester macht, kommen konnte, berichtete begeistert: 19 von 22 Jugendlichen aus den jeweiligen Abschlussjahrgängen haben durch die Unterstützung des PENADERs in den letzten drei Jahren ihren Schulabschluss gemacht. Sie haben Arbeit gefunden oder studieren sogar.

Micaela sprach uns im Namen der Kinder MUCHAS GRACIAS aus!

Bei der Wahl des Vorstandes wurde Julius Knierer als Vorsitzender wiedergewählt, Marisa Amaya Rudilla (vorher Schatzmeisterin) ist nun zweite Vorsitzende und Johanna Gewand (neu im Team) Schatzmeisterin, wobei wir die Aufgaben intern etwas flexibler verteilen. Wir freuen uns sehr, dass uns Alexander Maywurm und Marie Claes im erweiterten Vorstand erhalten bleiben und dass außerdem Teresa Kückmann unser Team bereichern wird. An dieser Stelle noch einmal einen besonderen Dank an Marie, die sieben Jahre engagiert und zuverlässig als zweite Vorsitzende das Projekt unterstützt hat!

Nun freuen wir uns auf das nächste Jahr mit euch und hoffentlich weiteren Mitgliedern, mit tollen Aktionen (wie dem zweiten Sommerfest, das Lutz und Friederike mit einigen Helfern bereits planen), Neuigkeiten und vielen Fotos direkt aus dem PEANDER von Marisa und Jojo, die im Sommer hinfliegen wollen, und mit vielen glücklichen Kindern, die weiterhin im PENADER essen und Hausaufgaben machen können und dort vor allem ein zweites Zuhause haben.

Mitgliederversammlung März 2018

Liebe Freunde des Joven Esperanza E.V.s,

letzten Sonntag fand unsere Mitgliederversammlung statt, von der wir dir gerne kurz berichten wollen (ein ausführliches Protokoll und einen Finanzbericht findest du im Anhang). 

Nachdem Julius, der 1. Vorsitzende, für die neuen Gäste kurz das Projekt erklärt hat, folgte ein Jahresrückblick des PEANDERs sowie Joven Esperanzas. Nicht nur in Camiri gibt es viele Fortschritte, sondern auch wir konnten dieses Jahr 23 neue Mitglieder begrüßen und so inzwischen 75% der laufenden Kosten durch Mitgliedsbeiträge decken. Durch unsere nun 132 Mitglieder sowie tolle Aktionen und großzügige Einzelspenden haben wir eine gute Stabilität erreicht und Sonntag bereits in kleineren Gruppen über mögliche Bildungs- und Gesundheitstöpfe diskutiert. Diese sind dafür gedacht, in Zukunft auch Einzelschicksale zu unterstützen. Dafür benötigen wir in diesem Jahr ebenfalls eine steigende Mitgliederzahl.

Weitere gute Nachrichten gibt es von der „Juristische Person“, mit der das PENADER eine offizielle Organisation wird und beispielweise ein Bankkonto eröffnen, Sachspenden beziehen oder ein Haus bauen kann. Nach vielen Jahren sind unsere Freunde in Camiri jetzt kurz vorm Abschluss und würden damit einen großen Schritt Richtung Unabhängigkeit machen. Insbesondere der Hauskauf ist unser langfristiges Ziel. In Bolivien wird dafür jetzt die Grundlage geschaffen, in Deutschland informieren wir uns über mögliche Förderungsmittel. 

Marisa, die seit 2011 jährlich ihren Jahresurlaub im PEANDER verbringt, und Jojo, die 2017 als Freiwillige vor Ort war, haben auch von ihren Eindrücken, vielen, vielen schönen Erlebnissen und einigen Herausforderungen berichtet sowie einige Bilder und Videos gezeigt. Trotz kleiner Rückschläge und gelegentlich einem „bolivianischen“ statt gewünschten „deutschen“ Tempo sind im Laufe der Jahre unglaubliche Fortschritte und vor allem eine Kontinuität zu sehen. So essen die Kinder beispielsweise längst nicht mehr auf dem Boden oder machen ihre Hausaufgaben auf dem Schoß, sondern sitzen an großen Tischen, wo sie ein ausgewogenes, warmes Mittagessen zu sich nehmen oder ihre Hausaufgaben in Ruhe erledigen. Auch Micaela, Gründungsmitglied des PEANDERs, die zu unserer Begeisterung aus Madrid, wo sie gerade ein Auslandssemester macht, kommen konnte, berichtet begeistert: 19 von 22 Jugendlichen aus dem PENADER haben in den letzten drei Jahren ihren Schulabschluss gemacht haben und arbeiten oder studieren nun. Sie sprach uns im Namen der Kinder MUCHAS GRACIAS aus!

Bei der Wahl des Vorstandes wurde Julius Knierer als Vorsitzender wiedergewählt, Marisa Amaya Rudilla (vorher Schatzmeisterin) ist nun zweite Vorsitzende und Johanna Gewand (neu im Team) Schatzmeisterin, wobei wir die Aufgaben intern etwas anders verteilt haben. Wir freuen uns sehr, dass uns Alexander Maywurm und Marie Claes im erweiterten Vorstand erhalten bleiben und dass außerdem Teresa Kückmann dazustößt. 

Nun freuen wir uns auf das nächste Jahr mit hoffentlich weiteren Mitgliedern, mit tollen Aktionen (wie dem zweiten Sommerfest, das bereits geplant wird), Neuigkeiten und vielen Fotos direkt aus dem PEANDER von Marisa und Jojo, die im Sommer hinfliegen wollen, und mit vielen glücklichen Kindern, die weiterhin im PENADER essen und Hausaufgaben machen können und dort vor allem ein zweites Zuhause haben…

Herzliche Grüße

Jojo’s Zeit im PENADER

Die letzten Tage sind wie im Flug vergangen und ich kann selber kaum glauben, dass meine drei Monate in Camiri nun vorbei sind.

Inzwischen sind die Englisch und Deutschkurse fast in den Alltag integriert und die Kinder wissen genau, an welchen Tagen sie welches Fach erwartet.Doch aller Anfang war auch schwer: in Bolivien funktioniert alles etwas langsamer und man benötigt Geduld.Dennoch entwickelte sich bei vielen Kindern ein Interesse, es wurde nach Worten und Bedeutung von Songtexten gefragt und inzwischen sprechen sie stolz erste Worte und Sätze, singen „Head, shoulders, knees and toes“ oder „Shape of you“. Auch auf Deutsch wird man nun gerne begrüßt und bekommt ein „Danke“, „Ja“ oder „Nein“ zur Antwort.

Natürlich sind das kleine Erfolge, aber zumindest haben viele Kinder so den Zugang zu Fremdsprachen bekommen und eine Motivation entwickelt. Das war für mich der erste wichtige Schritt!:)

Auch auf dem Sportplatz mussten erst einmal – für die bolivianischen Kinder ganz neue – Sozialregeln eingeführt werden, aber am Ende der Stunde kamen alle mit strahlenden, roten Gesichtern zurück. Nun kennen sie viele weitere Spiele aus Deutschland und „Eckenfußball“ ist sogar zum absoluten Lieblingsspiel geworden. Es hat mich selber sehr glücklich gemacht, zu beobachten, wie viel Spaß sie beim Sport, im Team oder auch beim Lernen hatten und ihre Fortschritte zu sehen.

Luise, eine weitere Freiwillige, die noch bis Juli bleibt, wird meine Kurse nun weiterführen und dann an den nächsten Freiwilligen übergeben, sodass nichts in Vergessenheit gerät und hoffentlich sogar auf dem Gelernten aufgebaut werden kann. Dasselbe gilt für alle weiteren (wieder)gestarteten Projekte, wie Mülltrennung und Gartenarbeit. 

Meiner Meinung nach ist das PENADER eine fantastische Institution und in einem Land wie Bolivien unfassbar wichtig. Den Kindern wird – gerade dadurch, dass das Centro ein „zweites Zuhause“ für sie darstellt – tatsächlich eine Chance für eine bessere Zukunft gegeben.

Jetzt möchte ich aber erst einmal DANKE sagen: DANKE, dass ich für eine Zeit Teil dieses großartigen Projektes und Teil des bolivianischen Lebens sein durfte, DANKE für die Unterstützung von Joven Esperanza und ganz besonders Marisa und DANKE für viele, viele Glücksmomente mit den Kindern.

Jojo

Workshop zu Gesundheit und Sexualkunde

Am Samstag, den 21. Mai 2016 fand im Zentrum PENADER. ein Workshop zu dem Thema Gesundheit, Hygiene und sexuelle Verhütung statt. Ein zentrales Thema waren dabei Krankheiten und die Krankheitsübertragung.

Wer bin ich und was unterscheidet mich von den Anderen?“ war die zentrale Frage in der Gruppe der 6 – 12 Jährigen der im Zentrum eingeschriebenen Kinder. Während sich die jüngeren zunächst mit einfachen Fragen und Themen zum Thema Gesundheit beschäftigt haben, ging es bei den 13 – 18 Jährigen um Verhütung und sexuell übertragbare Krankheiten. Begonnen wurde der Tag mit einem Spiel zum warmwerden. Gespielt wurde Fußball, jedoch in einer abgewandelten Form.

Die Spieler mussten in der Position von Krebsen Tore erzielen. Bei diesem Spiel sind selbst die selbst die Zuschauer warm geworden, sodass wir direkt in die Themen einsteigen konnten.Bei der Gruppe der jüngeren Workshop-Teilnehmer ging es zunächst nach einem weiteren Spiel weiter mit der Frage „Wer bin ich“. Dafür sollten die Kinder auf einem Blatt Papier, auf dem ein Junge und ein Mädchen abgebildet waren, zeigen, ob sie ein Junge oder ein Mädchen sind und sagen, warum.
Da kam die Antwort: „weil ich Hosen trage“ oder auch: „weil ich so geboren wurde.“ Des Weiteren ging es in dieser Gruppe auch um die Hygiene, warum es so wichtig ist, sich täglich zu waschen oder sich nach dem Toilettengang die Hände zu waschen. Da alle gut mitgemacht haben, wurde die Gruppe mit einem letzten Spiel belohnt.

Die Jugendlichen des PENADER haben nicht so viel gespielt. Bei ihnen ging es um das ernst zu nehmende Thema „Verhütung“. Zunächst hat ein Mädchen, das selbst im Projekt eingeschrieben ist, Krankheiten wie HIV, AIDS und Geschlechts-krankheiten vorgestellt und somit deutlich gemacht, warum es so wichtig ist, sich beim Geschlechtsverkehr zu schützen und das nicht nur vor einer möglichen Schwangerschaft. Ein Freund des Zentrums, den wir für diesen Workshop eingeladen haben, da er selbst die selbst Medizin studiert hat, hat die verschiedenen Verhütungsmittel vorgestellt und auch gezeigt, wie man ein Kondom richtig anwendet. Zuletzt wurde noch ein Film über HIV und AIDS gezeigt.
Der Workshop kam sehr gut bei den Teilnehmern an und wir hoffen, dass wir auf Grund der Dringlichkeit dieses Themas, vor allem bei den Jugendlichen, einen Einblick in die Problematik erreichen konnten.

Neuanschaffungen im PENADER

Unser Vorstandsvorsitzender war dieses Jahr für drei Monate im PENADER und hat dort unsere Freunde des PENADERs tatkräftig unterstützt. Er hat die neuen Kinder im Projekt kennengelernt, hat sie zu Hause besucht, Gespräche geführt und im Projekt mitgearbeitet. Dabei durfte er feststellen: das Projekt hat fantastische Fortschritte gemacht! Allerdings kamen auch einige Dinge zum Vorschein, die fehlten oder verbessert werden mussten.Dank der tollen Benefizaktion des Zeitlos Tattoo- Studios in Duisburg konnten diese dringend erforderlichen Neuanschaffungen finanziert werden, ohne dabei die monatliche Projektfinanzierung zu gefährden. Für die 650 Euro, die bei der Benefizaktion eingenommen wurden, wurden folgende Dinge bezahlt, bzw. mitfinanziert:

In Camiri wird häufig das Leitungswasser aufgrund schlechten Wetters oder Straßenarbeiten einfach abgestellt. Wenn es dann wieder Wasser gibt, ähnelt es in seiner Farbe eher Abwasser. Für das PENADER ist es sehr wichtig, dass es permanent sauberes Wasser gibt, denn damit wird das Essen zubereitet, Tee gekocht und abgewaschen. Außerdem wird das Bad bei 68 Kindern natürlich ständig besucht und Wasser benötigt. 


Wir haben nun einen großen Wassertank besorgt, der das kurzfristige Abstellen des Leitungswassers problemlos überbückt und das Projekt jederzeit mit Wasser versorgen kann.

Kampf gegen Karies- gemeinsam für gesunde Kinderzähne

Kennst du das schreckliche Gefühl von Zahnschmerzen? Die ständigen Schmerzen beim Essen?
Benachteiligte Kinder und Jugendliche leiden häufig aufgrund mangelnder Mittel und eines fehlenden Bewusstseins für Mundhygiene an Zahnfäule und Zahnfleischentzündungen. Mit weniger als einem Euro kannst du den Schülerinnen und Schülern aus dem Projekt PENADER nachhaltige und regelmäßige Zahnpflege ermöglichen.
Solidarisiere dich – setz dich ein im Kampf gegen Karies und sichere damit den Kindern und Jugendlichen eine gesunde Zukunft!

José lebt gemeinsam mit seinen sieben Geschwistern und seinen Eltern in einer kleinen Blechhütte im ärmsten Teil von Camiri. Er und seine vier älteren Geschwister besuchen das PENADER nun seit über einem Jahr. Sein Vater versorgt die Familie durch Gelegenheitsjobs und verdient damit 1,50 bis 2,80 Euro am Tag. Seine Mutter arbeitet als Reinigungskraft und Wäscherin, um die Einkünfte der Familie aufzubessern. Eine Zahnfüllung kostet beim Zahnarzt über sechs Euro und sprengt damit die finanziellen Möglichkeiten der Familie Cerezos. Diese finanzielle Bedürftigkeit ist kein Einzelfall, sie betrifft die meisten Familien der Kinder und Jugendlichen im Projekt.

Ziel unseres Projekts ist vordergründig die Behandlung der aktuellen Symptome und zustätzlich die Schaffung eines Bewusstseins für die zahnhygienische Notwendigkeit innerhalb der Familie.
Damit dieses Bewusstsein nachhaltig geschaffen werden kann, müssen sich die Eltern an den zahnärztlichen Behandlungskosten mit 20% beteiligen. Die restlichen 80% der Behandlungskosten werden durch diese Spendenkampange gedeckt.

Unterstütze José, seine Geschwister und die anderen Kinder und Jugendlichen im PENADER für eine kariesfreie und gesunde Zukunft!