Bauarbeiten im Projekt
In den zweiwöchigen Winterferien im Juli wurden im Projekt mehrere Baumaßnahmen umgesetzt. Der Anbau, den wir vor zwei Jahren als zusätzlichen Klassenraum eingerichtet hatten, hatte immer wieder mit einem undichten Dach zu kämpfen, das bei starken Regenfällen regelmäßig Probleme verursachte. Dieses wurde nun grundlegend abgedichtet – wir hoffen, damit eine dauerhafte Lösung erreicht zu haben. Außerdem erhielt der bisher offene Raum Türen, damit die Kinder im Winter besser vor Kälte geschützt sind.
Auch in der Küche gab es ein Problem, das die Köchinnen schon länger bemängelt hatten: die Hitze und der schlechte Abzug des Kochdunstes. Hier wurde jetzt eine neue Abzugshaube installiert. Zusätzlich wurden neue Tische und Bänke für das Klassenzimmer im Anbau angeschafft.
Marias Stipendium: das erste Semester
Vor einiger Zeit haben wir schon einmal von Maria erzählt, die als Kind ins Projekt kam und die Schule mit sehr guten Noten abgeschlossen hat. Ihr großer Traum war ein Medizinstudium. Für ihre Familie wären die Kosten für Studiengebühren, Unterkunft und Lebenshaltung in einer anderen Stadt aus eigener Kraft nicht zu stemmen gewesen.
Dank eines Privatstipendiums eines Mitglieds von Joven Esperanza konnte Maria ihr erstes Semester an der privaten Universidad Evangélica Boliviana in Santa Cruz mit einem Notendurchschnitt von 84 (auf der bolivianischen Skala von 1 bis 100) abschließen – ein starkes Ergebnis für den Einstieg ins Medizinstudium.
Sondertopf Bolivien: Nothilfe für eine Familie
In unserer jährlichen Budgetplanung reservieren wir immer eine Summe für besondere Ereignisse und Nothilfen. In diesem Jahr konnten wir damit die Familie von zwei Kindern in unserem Projekt unterstützen, die in sehr ärmlichen und hygienisch bedenklichen Verhältnissen lebt. Aufmerksam wurden wir auf die Situation durch unsere Psychologin und Sozialarbeiterin Tanja, die uns in einem Bericht von den Lebensverhältnissen der Familie berichtete. Der Vater zieht die beiden Kinder allein groß, nachdem die Mutter früh an einer Krankheit verstorben ist; die ältere Tochter arbeitet in Brasilien, um die Familie finanziell zu unterstützen.
Wir haben den Bau eines WC-Häuschens mit Dusche sowie den Anschluss an die Wasserversorgung finanziert, die entsprechenden Arbeiten beauftragt und ausführen lassen. Darüber hinaus prüfen wir derzeit den Bau eines festen Schlafzimmers für die Familie. Hier sind allerdings die Grundstücksrechte noch nicht abschließend geklärt, weshalb weitere bauliche Maßnahmen aktuell mit Vorsicht angegangen werden müssen. Wir sind dabei, diese Frage zu klären, und werden berichten, sobald es Neuigkeiten gibt.
Nationalfeiertag in Camiri
Am 6. August feiert Bolivien seinen Unabhängigkeitstag – traditionell mit einer Parade durch die Stadt, so auch in Camiri. In diesem Jahr waren auch wir mit dabei: Die Lehrkräfte und Verwaltungsangestellten des Projekts liefen bei der Parade mit, ebenso wie die notenbesten Schüler:innen aus dem Projekt, die sich damit eine besondere Anerkennung verdient hatten.
Der neue Wechselkurs in Bolivien
Bolivien hat Anfang Juli 2026 nach rund 15 Jahren die feste Kopplung des Boliviano an den US-Dollar aufgegeben und den Wechselkurs freigegeben. Der offizielle Kurs lag über viele Jahre stabil bei etwa 7 bis 8 Bolivianos für einen Euro.
Für uns war dieser offizielle Kurs allerdings schon länger nicht mehr die relevante Größe: Aufgrund der Orientierung am Dollar und der damit verbundenen „künstlichen“ Stabilisierung der Währung konnten wir zuletzt bereits einen inoffiziellen Wechselkurs nutzen und damit deutlich bessere Kurse erzielen. Dieser lag zuletzt bei etwa 10 bis 12 Bolivianos pro Euro. Seit der Freigabe der Währung ist der Kurs sprunghaft gestiegen und lag zuletzt bei bis zu 14 Bolivianos pro Euro.
Für uns bedeutet das einen gewissen, aber deutlich moderateren Vorteil, als es der Sprung vom offiziellen Kurs auf den ersten Blick vermuten lässt. Das liegt daran, dass wir zuletzt schon den inoffiziellen Wechselkurs nutzen konnten. Gleichzeitig verteuern sich durch die Freigabe viele importierte Güter in Bolivien spürbar, was sich in steigenden Preisen vor Ort niederschlägt und einen Teil dieses Vorteils wieder aufzehrt. Wir beobachten die Entwicklung genau und beziehen sie in unsere laufende Budgetplanung mit ein.



