Liebe Mitglieder von Joven Esperanza, liebe Freunde, Unterstützer und Interessierte,
in der Zeit vom 05. Februar 2026 bis zum 06. März 2026 habe ich das Projekt „Crece y Sueña“ in Camiri erneut besucht. Von meinem vorherigen Besuch im Sommer 2025 kannte ich ja schon das Projekt und viele Kinder. Bei meiner Ankunft am Freitagmittag in Camiri wurde ich von Doña Margoth, den Kindern und Lehrern herzlich begrüßt. Die Ferien in Bolivien waren ja gerade zu Ende, das neue Schuljahr fing Anfang Februar an und die Arbeit im Projekt sollte dann am Montag, den 09.02.26 losgehen mit bekannten und neuen Kindern und mit neuen Lehrern. Die Räume waren in der Zwischenzeit in den Ferien neu gestrichen worden. Die Kinder wurden in vier altersgerechte Gruppen aufgeteilt, die jeweils von einer Lehrerin bzw. einem Lehrer betreut werden. Die kleineren Kinder bekamen einen separaten Gruppenraum. Es sind derzeit etwa 50 Kinder im Projekt. Da in Bolivien der Unterricht in den Schulen zurzeit teilweise in Vormittags- und Nachmittagsschichten stattfindet, kamen einige Kinder auch schon am Vormittag ins Projekt, die dann nach dem Mittagessen zur Schule gehen mussten.
Die Aufteilung in die Gruppen und die Arbeit der Lehrer mit den Kindern ist gut angelaufen. Auch die neuen Kinder haben sich gut in das Projekt integriert. Da die Lehrer auch neu waren, mussten sich die Abläufe und Organisation im Projekt erst wieder etablieren, z.B. wann gibt es das Mittagessen, welches Kind braucht mehr oder weniger Essen, Hände waschen vor dem Essen, Abspülen des benutzten Essgeschirrs und Zähne putzen nach dem Essen, Hilfe beim Aufräumen und Fegen etc. Das alles klappte schon sehr bald gut, auch mit Hilfe der langjährigen Mitarbeiterinnen in der Küche, die Organisation von Doña Margoth und der Unterstützung der seit dem Sommer im Projekt tätigen Freiwilligen Tatjana; und ich durfte auch ein wenig unterstützen.
Es war sehr heiß zu dieser Zeit in Camiri, die meisten Tage über 36 Grad Celsius. Deshalb wurden für den kleinen heißen Raum der jüngeren Gruppe ein Ventilator und ein mobiles Kühlgerät beschaft, sowie ein weiterer Ventilator für die Küche, in der es sehr heiß war. An anderen Tagen gab es wolkenbruchartige Regenfälle, die auf dem Gelände alles unter Wasser setzten. Es gab auch mehrere Fälle von Dengue-Fieber bei den Kindern und auch bei den Lehrern, die zum Glück in den meisten Fällen nicht zu heftig waren.
Zu Anfang des Schuljahrs fand auch ein Elternabend mit den Eltern der Kinder im Projekt statt. Hier wurden klar die Regeln für das Projekt kommuniziert und Pflichtaufgaben an die Eltern verteilt, z.B. regelmäßige Reinigungsarbeiten auf dem Grundstück, in den Gemeinschaftsräumen oder Sanitäranlagen sowie Unterstützung durch Väter bei der Arbeit im Garten. Der Arbeitseinsatz der Eltern lief gut an, regelmäßig kamen Mütter zum Putzen oder Fegen vorbei und an einem Wochenende wurde der Garten von zwei fleißigen Vätern vom Unkraut befreit.
In die Zeit meines Aufenthalts fiel auch der Karneval. In der Fundación hatten die Kinder an einem Nachmittag mit reichlich Wasserbomben und Wasser aus dem Schlauch viel Spaß auf dem Hof. Insgesamt kann ich sagen, dass das neue Schuljahr mit den Kindern gut gestartet ist. Die Kinder bekommen vielfältige Unterstützung bei den Hausaufgaben und praktischen Dingen des Alltags. Die neuen Lehrer sind engagiert und empathisch und haben die Bedürfnisse der Kinder gut im Blick. Ich war meist in der Gruppe der kleinen Kinder und habe mit ihnen Hausaufgaben gemacht, lesen geübt, gespielt und bei praktischen Dingen unterstützt. Die Kinder haben mich so freudig und selbstverständlich wieder aufgenommen, dass es mir eine große Freude bereitet hat. Wieder ihre Freude, Anhänglichkeit und ihr Vertrauen zu spüren, war sehr berührend. Mein Dank geht auch an Tatjana, die dort eine tolle Unterstützung leistet und an Doña Margoth und ihren permanenten Einsatz für die Kinder und die Fundación und die herzliche Aufnahme in Camiri.



